Hypo-/Desensibilisierung

Durch eine spezifische Immuntherapie (SIT, Hypo- oder Desensibilisierung) soll das Immunsystem lernen, nicht mehr überschießend auf Allergene zu reagieren oder die Reaktion zumindest abzuschwächen. Gut behandelt werden können Pollen- und Hausstaubmilbenallergien sowie Insektengiftallergien, weniger gut Tierhaar- und Schimmelpilzallergien.

Bei der SIT wird ein standardisiertes Allergenpräparat mit dem auslösenden Stoff in langsam ansteigenden Dosen verabreicht. Dadurch setzt ein Gewöhnungseffekt ein: Die Erfolgsquoten liegen zwischen 80 und 90 Prozent, bei Insektengift-Allergien bei nahezu 100 Prozent. Die Beschwerden werden dauerhaft deutlich gelindert und die Patienten benötigen weniger antiallergische Medikamente.

In den letzten Jahren ist eine Vielzahl von Variationen dieser Behandlungsform entwickelt worden. Unterschiede gibt es in der Darreichungsform, Häufigkeit der Gabe und Dauer der Behandlung.

Die klassische SCIT (subcutane Immuntherapie) ist die häufigste Form der Immuntherapie. Sie unterteilt sich in zwei Behandlungsphasen:

Grundbehandlung: Der Allergiker bekommt wöchentlich eine Allergenlösung mit ansteigender Dosierung in die Haut gespritzt. Dies wird solange fortgeführt, bis eine zuvor errechnete Höchstdosis erreicht ist. Die Grundbehandlung kann zwischen sechs Wochen und einigen Monaten dauern.

Fortsetzungsbehandlung: Sobald die Höchstdosis erreicht ist, schließt sich eine weitere Behandlung an. Die Allergenlösung wird dann über einen Zeitraum von drei Jahren etwa alle vier bis acht Wochen unter die Haut gespritzt.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die sublinguale Immuntherapie (SLIT). Für einige Allergene gibt es Tropflösungen, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Die SLIT ist vor allem eine Behandlungsmöglichkeit für Patienten, die aus zeitlichen Gründen keine SIT wahrnehmen können.

Dies erfolgt in spezialisierten allergologischen Ambulanzen, da eine Notfall/Intensivmedizinische Abteilung in der unmittelbaren Nähe sein muss.